KI Im Unternehmen: Was das für die PV bedeutet
- 23. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Mehr als die Hälfte der Schweizer Unternehmen integriert bereits KI in ihre Prozesse. Ist die Personalvertretung involviert? Meistens nein. Wir sprechen darüber, weshalb das so ist und was geändert werden kann.
Künstliche Intelligenz in der Schweiz: Eine Herausforderung für die Personalvertretung
Stell dir vor, dein Arbeitgeber führt nächsten Monat ein KI-gestütztes System zur Schichtplanung ein. Die Geschäftsleitung ist begeistert und die HR-Abteilung hat den Rollout bereits geplant. Und die Personalvertretung? Wird vorinformiert - wenn überhaupt. So läuft es gerade in vielen Betrieben. Nicht weil die PV bewusst aussen gelassen wird — sondern weil KI-Einführungen oft als "IT-Projekt" laufen, nicht als Veränderung, die eine Auswirkung auf die Mitarbeitenden hat.
Die doppelte Herausforderung der Personalvertretung
Wenn KI zum Einsatz kommt, stellt sich für die PV nicht nur eine Frage, sondern zwei.
Wie nutzen wir KI für unsere eigene Arbeit?
Protokolle, Stellungnahmen, Recherchen und Umfragen auswerten — alles Aufgaben, die mit den richtigen Tools in einem Bruchteil der Zeit erledigt werden können. Wer das ignoriert, arbeitet mit einem bewährten Werkzeug, während andere längst effizienter unterwegs sind.
Wie gestalten wir die KI-Einführung im Betrieb mit?
Welche Daten werden gesammelt? Was passiert mit Mitarbeitenden, deren Leistung plötzlich algorithmisch bewertet wird? Das sind keine technischen Fragen — das sind ethische Fragen sowie Fragen der Fairness und des Vertrauens. Die Personalvertretung muss beides im Blick haben.
Wer profitiert vom Produktivitätsgewinn?
KI-Einführungen passieren oft schnell und leise. Wer erst dann Fragen stellt, wenn das System schon läuft, kommt zu spät. Die Weichen werden jetzt gestellt — in der Phase, in der Mitwirkungsrechte noch greifen. Wir müssen darüber sprechen, wer vom bevorstehenden Produktivitätsgewinn profitiert und wie die neue Arbeit gestaltet wird.
Die Personalvertretungen, die jetzt handeln, werden in den kommenden Jahren die stärksten sein. Ganz unter dem Motto: Mitwirkung gestalten - Arbeitsfreude entfalten.
Die Rolle der Personalvertretung in der digitalen Transformation
Die digitale Transformation ist nicht nur ein technischer Wandel. Sie betrifft die gesamte Unternehmenskultur. Die Personalvertretung sollte eine aktive Rolle einnehmen. Sie kann als Brücke zwischen Mitarbeitenden und Geschäftsleitung fungieren. So wird sichergestellt, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigt werden.
Die Bedeutung von Schulungen und Weiterbildung
Ein zentraler Aspekt der KI-Integration ist die Schulung der Mitarbeitenden. Wie können wir sicherstellen, dass alle Mitarbeitenden mit den neuen Technologien umgehen können? Hier ist die Personalvertretung gefordert. Sie sollte Programme zur Weiterbildung und Schulung initiieren. Nur so können wir die Akzeptanz der neuen Systeme fördern und Ängste abbauen.
Ethik und Verantwortung in der KI-Nutzung
Die Einführung von KI wirft auch ethische Fragen auf. Wie gehen wir mit den Daten der Mitarbeitenden um? Welche Verantwortung trägt die Personalvertretung? Es ist wichtig, klare Richtlinien zu entwickeln. Diese sollten den Umgang mit Daten und die Transparenz der Algorithmen betreffen. Nur so können wir Vertrauen aufbauen.
Fazit: Gemeinsam in die Zukunft
Die Integration von KI in Unternehmen ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Die Personalvertretung muss jetzt aktiv werden. Sie kann dazu beitragen, dass die Einführung von KI nicht nur effizient, sondern auch fair und transparent erfolgt.
Du willst das Thema vertiefen? An unserer Fachtagung "Künstliche vs. Kollektive Intelligenz" am 3. September 2026 diskutieren wir genau diese Fragen — mit Praxisbeispielen und dem Austausch mit anderen Personalvertretungen.


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